Zugegeben: Bremsen entlüftet man in aller Regel zu spät. Das heißt erst dann, wenn die Beläge runtergegurkt sind oder der TÜV-Onkel meckert. Nur selten tauscht man die alte Lorke wirklich alle 2 Jahre gegen neue aus; deswegen sind Entlüfterventile in Radbremszylindern auch seeeehr häufig tüchtig festgegammelt. Besonders dann, wenn der kleine Lurch (aus Stahl) in einem Bremssattel steckt (aus Leichtmetall) und die Kontaktkorrosion im winterlichen Streusalz Fahrt aufnimmt.
Der große Spaß deutet sich an, wenn sich das Ding beim Losdrehen irgendwie „weich“ anfühlt – Sekundenbruchteile hat man die eine Hälfte des Entlüfterventils dann auch in der Hand. Hurra!
Um das zu verhüten, eine Lage Teflonband vom Klempnermann um das Gewinde drallern und das Ventil erst dann festziehen. Nicht zuviel verwenden, weil sonst das Gewinde und nicht der Kegel an der Spitze abdichtet.
Schöner Nebeneffekt dieser Prozedur: Der Bremssattel / Radbremszylinder lässt sich nun „rückwärts“, also saugend entlüften. Ohne abgedichtetes Gewinde geht das nicht: Hier zieht die Pumpe statt Bremsflüssigkeit aus dem System nur Luft durch die Gewindegänge.
